Die Geschichte des Schützenvereins Hönau-Lindorf e.V.

 

Um 1900 entstand aus den Reservisten von Hönau und Lindorf ein Kriegerverein.

Sein hoher Festtag im Jahresverlauf war >Kaisers Geburtstag<.

1906 konnte der Verein unter großer Anteilnahme der Bevölkerung seine Fahne weihen.

Nach dem ersten Weltkrieg führte man unter einfachen Verhältnissen Schiesswettkämpfe durch.

Aus dieser doch recht losen Organisation gründeten im Jahre 1925 an einem Sommertag

unter einem Lindenbaum bei Klaus Brandt (Lindorf) folgende 12 junge Männer den

Schützenverein Hönau-Lindorf:

Claus Bardenhagen (Lindorf), Klaus Bardenhagen (Hönau), Klaus Brandt (Lindorf),

Christoph Buck (an der Höhne), Christoph Eckhoff (Lindorf), Herrmann Eckhoff (Lindorf),

Gerd Meyer (Lindorf), Johann Meyer (Hönau), Johann Hastedt (Hönau), Klaus Stelling (Hönau),

Johann Wintjen (Lindorf) und Hinrich Tietjen (An der Höhne).

Als Vereinsfahne wurde die des Kriegervereins übernommen. Zum ersten Präsidenten bestimmte

man Christoph Eckhoff (Lindorf). Später hatte Gerd Meyer dieses Amt lange inne.

 

Im gleichen Jahr wurde das erste Schützenfest auf recht einfachen Schiessanlagen veranstaltet.

Der erste Schützenkönig wurde Hinrich Hastedt (Lindorf).Der Anfang war gemacht, doch die Gefahr

beim Schießen war nicht lange tragbar. So entschloss man sich, eine neue Schiessanlage zu bauen.

Klaus Brandt (Lindorf) stellte den notwendigen Platz zur Verfügung. Am Wald wurden zur Aufnahme

Der Deckungsleute zwei Bunker gebaut. Der Abschussplatz bestand aus zwei Schießscharten ähnlichen

Gebilden. Das Schießen fand großen Anklang.

Fast alle Männer aus Hönau-Lindorf wurden Mitglieder. Das Schützenfest wurde zu einem richtigen

Volksfest. Ab 1926 durften die Kinder auch ihre Majestäten ausschießen. Durch die weiter

Verschärften Sicherheitsbestimmungen wurde man gezwungen, neue Schiessanlagen zu erstellen.

Auf dem Gelände des Gaswirtes Tombarge entstand 1938 in Gemeinschaftsleistung eine neue

moderne Schiessanlage, für damalige Verhältnisse, die auch im Kriege von Polizei und Militär

benutzt wurde.

 

Durch die Kriegswirren ruhte der Verein von 1942 bis 1950.

Am 1. Februar 1950 fand auf Anregung und Einladung von Johann Brünjes (Lindorf) die

Wiedergründungsversammlung statt. 34 Männer traten an diesen Abend dem Verein wieder bei.

Zum Präsidenten wählte man Lehrer Johann Hoops, der dieses Amt bis 1964 bekleidete.

Sein Nachfolger wurde Hermann Heins.

 

Auf Beschluss der amtierenden Militärregierung durfte bis 1951 nur Luftgewehr geschossen werden.

Nach der Wiedergründung wuchs der Verein ständig. Diese Entwicklung ist bis zum heutigen Tage

zu Verzeichnen. Dennoch stagnierte die Mitgliederzahl einige Jahre um 50 Personen.

Da die Kriegerfahne im Kriege verlorengegangen war, schaffte der wiedergegründete Verein sich

1957 eine neue Fahne an. Fahnenträger wurde damals Jürgen Eckhoff (Neuendamm).

Sein Nachfolger wurde Christoph Eckhoff. In einer großen und eindrucksvollen Feier

wurde diese auf dem damaligen Schulhof im Beisein von vielen Gästen und Gastvereinen geweiht.

Die Mitglieder und Bewohner unserer Ortschaft, die sich daran zurückerinnern, wissen, dass dazu

Unser Dorf besonders geschmückt war. In Form von mehreren Ehrenpforten auf unserer Kreisstraße.

Bis 2016 hatte Christoph Eckhoff das Amt des Fahnenträgers inne.

Sein Nachfolger wurde Mario Prietz.

 

1958 wurde der Verein ins Vereinsregister eingetragen.

 

Ab 1962 wurde der Schützenkönig mit dem Schießen auf den Königsvogel ermittelt.

Die Königs-Vogelordnung besteht bis heute unverändert. Sie beschreibt, das der Königsvogel

aus 13 Teilen besteht und es wird die Reihenfolge des Abschusses der Teile bestimmt.

 

Nach Überprüfung durch die Polizei und des Bauamtes wurde der Schießstand 1966 wiederum

den neuen Anforderungen angepasst. Mit der Aufgabe der Grund- und Hauptschule in Hönau-Lindorf

und den Bau der Mittelpunktschule für die nördlichen Dörfer Bremervördes in Iselersheim und der

Veräußerung dieser Gebäude und Flächen begann auch für den Turn und Sportverein Hönau-Lindorf

ein Umdenkungsprozess. Auch sie mussten eine neue Heimstatt finden. Aus dem Plan und der

Anregung, das Gebäude des Schießstandes zu erneuern, wurde im Jahre 1970 eine Mehrzweckhalle

mit angeschlossenen Schiessstand. Sie wurde in Gemeinschaftsleistung mit dem TSV, der die Halle

zu gleichen Teilen nutzt, erstellt. Das Eigentumsrecht der Mehrzweckhalle wurde dem Verein 1973

von der Gemeinde Hönau-Lindorf übertragen.

 

Die Gründung der Damenabteilung in unseren Verein vollzog sich 1971. Die Emanzipation im Verein

war soweit fortgeschritten, dass auch mit Blick nach anderen Vereinen dies ein unumgänglicher

Schritt war. 18 Damen bildeten die Gründungsgruppe, die mit Irma Tiedemann ihre Leiterin hatte.

 

In den sechziger Jahren wurde besonders im den Wintermonaten das Luftgewehrschießen

intensiviert. Der Schießbetrieb fand notwendigerweise in den Räumen unseres Gasthofes statt.

Der vorhandene Saal war dazu aus Temperaturgründen nicht geeignet und extra dafür zu heizen

war auch aus Kostengründen nicht sinnvoll. Insofern wurde die 10-m-Schiessbahn von der

Gaststube durch das Clubzimmer bis in den Thekenraum des Saales gewählt. Neben dem

Gaststättenbetrieb saß man dann montags in der rechten Ecke und führte das Luftgewehrschießen

durch. Ein Vergleich zu den heutigen Anforderungen an LG-Schießstände lässt doch reichliches

Erstaunen aufkommen. Mit der Übertragung der Mehrzweckhalle wurde dieses LG-Schießen in

den Veranstaltungsraum der Halle verlegt. Notwendig war es auch hier, dass für die Schiessabende

die Zuganlagen jeweils aufgebaut werden mussten. Das sportliche Freihandschiessen konnte hier

Natürlich intensiviert werden. Mit unmittelbaren Gasthausgeschehen war das bisher nicht möglich,

dennoch wurden auch hier schon gute Freihandergebnisse geschossen.

 

Im Jahre 1976 stellte Präsident Hermann Heins nach 13-jähriger Vorsitzender-Tätigkeit sich

nicht wieder zur Wahl. Sein Nachfolger wurde der jetzige Ehrenpräsident Hans-Hermann Meyer.

Mit Hans-Hermann Meyer nahm der Verein eine weitere gute Vorwärtsentwicklung. Mit der

Weiterentwicklung des Wohnungsneubaues besonders in den 3 Bebauungsgebieten >Am Lintel<,

>am Brunnen< und >zur Wende< wuchs die Einwohnerzahl und damit auch die

Mitgliederzahl im Schützenverein. 1980 waren dies 180 Jugendliche, Junioren, Schützen und Damen.

Die weibliche Anzahl betrug davon 51.

 

Der Schützenverein gehört seit 1955 auch dem Schützenring Oste-Mehe als Gründungsmitglied an.

Jährlich führt der Schützenring sein Oste-Mehe-Ring-Pokalschiessen durch. Im rollierenden Verfahren

Entsprechend des Sonnenganges wechselt der Veranstaltungsort und die Organisation dazu.

Weiter zugehörig sind die Vereine "Iseler und Umgebung", "Ostendorf", "Nieder-Ochtenhausen"

und "An der Höhne". 1980 beging dieser Schützenring sein 25-jähriges Bestehen mit einem Festball

bei Gastwirt Quell in Nieder-Ochtenhausen.

 

Im Laufe der Jahre nach Erstellung der Mehrzweckhalle wurden auf schießsportlicher Ebene

hervorragende Erfolge erzielt, welches auf ständig durchgeführte Übungsstunden im Sommer wie im

Winter zurückzuführen ist. Besonders gut war immer das Abschneiden beim jährlich stattfindeden

Oste-Mehe-Ring-Pokalschießen. Beim rein sportlichen Schießen, betrachtet im Jahre 1980,

startet eine Mannschaft der Junioren im LG-Freihand und LG-Dreistellungskampf. Bei den Schützen

absolviert eine Mannschaft ihre Wettbewerbe im LG-, KK-Dreistellungskampf und Englisch-Match.

In diesen Wettbewerben nimmt man bis zu den Bezirksmeisterschaften teil. Dieses Bild veränderte sich

von Jahr zu Jahr im positiven Sinne.

 

Die Belegzeiten in der Mehrzweckhalle wurden immer enger. Die Winterrundenwettkämpfe im LG

Erforderten mehr Raum. Mit den Erfolgen wuchsen auch die Ansprüche an die Wettkampfsportstätte.

Das Einhalten der strenger werdenden Vorschriften beim Schießbetrieb wurde schwieriger. So wuchs der

Gedanke, eine neue Luftdruckaffenhalle zu erstellen. Sie sollte sichder vorhandenen Mehrzweckhalle anpassen.

 

Ab 1983 ging man in die Konkretisierung. Natürlich war die Finanzierung das schwierigste Problem.

Über politische Einflüsse gelang es ein Fördervolumen von ca. 95000 DM zu organisieren bei einem

Bruttobauvolumen von ca. 220000 DM. Die offene Summe musste mit relativ geringen Eigenmitteln

Vor allem durch Eigenleistung erbracht werden. Der mutige Schritt wurde beschlossen und umgesetzt.

So konnte im Jahre 1985 der neue Stolz der Vereins der Bestimmung übergeben werden.

Dies hatte natürlich eine starke Positiventwicklung im sportlichen Schießen zur Folge. Ab 1983 ist der

Verein mit durchschnittlich 50 Sportschützen auch im Deutschen Sportbund organisiert. Eine über den

näheren Bereich weit hinausgehende Schießsportwoche konnte bereits 10 Mal veranstaltet werden.

Im Übrigen ist der schießsportliche Bereich besonders von den Sportleitern Johann Tiedemann

und Martin Brünjes mit den Schießwarten und Helfern geprägt worden. Die Sportschützen unseres

Vereins starten in allen Altersklassen bisher bis zur Landesmeisterschaft. Auf die Teilnahme zur

Deutschen Meisterschaft warten wir noch, sie wird aber sicherlich noch eintreten. Besonders erwähnenswert ist,

dass sich die startenden Mannschaften in der Hauptsache aus dem eigenen Verein rekrutieren.

 

Die Kleikaliberschießanlage des Vereins, insbesondere die Scheibenanlage, hat in den Jahren nach der

Wiedergründung auch ihr Aussehen verändert. Waren es zunächst die Scheibenzuganlagen, die in der

Deckung ausgewertet wurden, sind diese Zug um Zug durch Scheibenautomaten ersetzt wurden.

Die Ansprüche sind auch hier so stark geworden, dass unser Verein mit Fördermitteln der Kommune

die Automaten durch Zuganlagen im Gesamtwert von 70000 DM im Jahre 1996 ersetzte. Auch diese

Maßnahme war nur möglich mit erheblichen Eigenleistungen.

 

Die Damenabteilung konnte seit ihrer Gründung 1971 ebenfalls einen ständigen Aufschwung verzeichnen.

Damenleiterin Irma Tiedemann übergab dieses Amt 1982 an Irene Brünjes. 1986 feierten die Damen in

Form einer 15-jährigen Geburtstagsfeier ein kleines Jubiläum. In wesentlich größerer Form mit vielen

Gastvereinen begingen sie 1996 ihr 25-jähriges Bestehen. Mit 93 Mitgliedern hat die Damenabteilung bis

heute eine stattliche Größe erreicht.

 

Unser Schützenverein hat in den ganzen Jahren immer auf eine gute Vorstandsriege verweisen können. Aus

diesem Grund waren auch die Arbeit und ihre Ergebnisse immer erfolgreich. Die vertrauensvolle

Zusammenarbeit drückte sich dadurch aus, dass die besonders wichtigen Posten immer über längere

Zeiträume besetzt waren. 1998 wurde das Amt des 1. Vorsitzenden von

Hans-Herrmann Meyer an Reinhard Brünjes übergeben. Dieser hatte dieses Amt 21 Jahre inne gehabt

und ausgefüllt. Seit diesem Wechsel ist Hans-Herrmann Meyer unser Ehrenpräsident.

 

Im Jahre 2000 beging unser Verein sein 75-jähriges Bestehen. An mehreren Tagen, vom 14.Juli bis 16.Juli,

wurde dieses Ereignis gebührend gefeiert. An dem Kommersabend und an dem Festball am Sonnabend

wie auch am Sonntag beim großen Festumzug und anschließendem Festnachmittag, war ein

großartiger Besuch zu verzeichnen. Der norddeutsche Schütze titelte in mehreren Berichten:

>Für langjährige Vorstandsarbeit erhalten Reinhard und Martin Brünjes den Ehrenbrief des NWDSB<;

>Sternmarsch-Umzug mit 800 Teilnehmern<. 29 Gastvereine waren der Einladung nach Hönau-Lindorf

gefolgt.

 

Wenn auch das sportliche Schießen einen wichtigen Raum einnimmt ist das Traditionelle im Verein

ebenso gewachsen. Die Veranstaltungen  Schützenfest zu Pfingsten, Nachfeier im September sowie

das gemeinsame Wintervergnügen mit der Freiwilligen Feuerwehr erfreuen sich großer Beliebtheit

und sind erfolgreich.

 

Bei einer Mitgliederzahl von 243 und einem beispielhaften Vereinsleben präsentiert sich der

Schützenverein Hönau-Lindorf e.V. heute in einem hervorragenden Zustand.

 

(Stand der Historie: 2005 / Aktualisierung folgt)